„Bis wir nach Chemnitz ziehen“

Das ZDF war offenbar der Meinung, dass die Eisenbahnstraße als Aufregerthema noch lange nicht durch ist. Im Sommer wurde ein Team entsendet, herauskam eine 30-minütige Reportage. Dabei ist das Niveau im Vergleich zu den bisherigen Versuchen schon erstaunlich hoch ausgefallen. Zwischentöne werden zugelassen. Höhepunkte gibt es auch: Eine WG aus Ex-Berlinern, die den Ort als Zwischenstation („Bis wir es uns nicht mehr leisten können“) würdigen, Drohnenflüge durch die Straße im fast-vergessenen Sommer und die Zusammenführung einer älteren Dame, die diesen Ort zunächst als „bissl fremdländisch“ beschrieb, mit einem Döner.

Die Frage „Gewalt oder Vielfalt“ wird erst am Ende gestellt und bleibt offen. Als Anwohner*innen denken wir, dass es offensichtlich in unseren eigenen Händen liegt. Für uns überwiegt die Vielfalt in einem Bezirk, der doch irgendwie auch beweist, dass auch in Ostdeutschland – ja, in Sachsen sogar- ein Zusammenleben verschiedenster Kulturen und Milieus möglich ist. Auch wenn es immernoch alles ein wenig aneinander vorbeigeht.

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